8. Preise richtig kalkulieren
Die Preisgestaltung gehört zu den wichtigsten Punkten des gesamten Geschäfts.Ein häufiger Anfängerfehler besteht darin, entweder zu billig oder zu teuer anzubieten.
Der Verkaufspreis sollte mehrere Faktoren berücksichtigen:
Einkaufspreis + Nebenkosten + gewünschte Gewinnspanne = notwendiger Verkaufspreis
Allerdings sollte zusätzlich geprüft werden, welche Preise Kunden auf dem jeweiligen Flohmarkt tatsächlich akzeptieren.
Ein Produkt kann theoretisch eine hohe Gewinnspanne ermöglichen, aber unverkäuflich sein, wenn der Preis deutlich über dem liegt, was Besucher erwarten.
Deshalb ist es sinnvoll, verschiedene Preisstufen zu testen.
9. Mengenrabatte und Angebote einsetzen
Flohmarktbesucher reagieren häufig positiv auf einfache Angebote.Statt jeden Artikel einzeln zu verkaufen, kann man beispielsweise Mengenangebote verwenden:
- 1 Stück für 5 €
- 2 Stück für 8 €
- 3 Stück für 10 €
Solche Angebote können besonders bei günstigen Accessoires interessant sein.
Auch Aktionen wie „2 kaufen, 1 gratis“ oder spezielle Mehrfachpreise können den durchschnittlichen Warenkorb erhöhen.
Dabei sollte man allerdings immer zuerst kalkulieren, ob das Angebot trotz Rabatt noch wirtschaftlich ist.
10. Mit Kunden aktiv ins Gespräch kommen
Der persönliche Kontakt ist einer der größten Vorteile eines Flohmarkts gegenüber einem anonymen Online-Shop.Wenn ein Besucher am Stand stehen bleibt, sollte man nicht einfach schweigend warten.
Ein freundlicher Einstieg kann bereits den Unterschied machen.
Zum Beispiel kann man auf ein bestimmtes Produkt hinweisen oder kurz erklären, warum es interessant ist.
Dabei sollte man nicht zu aufdringlich werden.
Ein guter Verkäufer beobachtet die Reaktion des Kunden.
Wenn jemand nur schauen möchte, sollte man ihm genügend Freiraum lassen. Wenn jemand Interesse an einem Produkt zeigt, kann man zusätzliche Informationen geben.
11. Die Vorteile der Produkte hervorheben
Beim Verkauf sollte nicht nur der Preis im Mittelpunkt stehen.Je nach Produkt können beispielsweise folgende Eigenschaften interessant sein:
- besonderes Design
- Farbe
- Material
- Größe
- Kombinationsmöglichkeiten
- Geschenkidee
- aktueller Trend
- praktische Verwendung
- besondere Verarbeitung
Bei Schmuck kann eine Kombination mehrerer Artikel gezeigt werden.
Damit wird aus einem einzelnen Produkt möglicherweise ein kompletteres Angebot.
12. Aus jedem Flohmarkt etwas lernen
Der erste Verkaufstag sollte nicht nur als Möglichkeit gesehen werden, Geld zu verdienen.Er ist gleichzeitig ein Testlauf.
Nach dem Markt sollte man möglichst genau analysieren, was funktioniert hat.
Zum Beispiel:
Welche Produkte wurden am häufigsten angesehen?
Ein Produkt, das viele Kunden in die Hand nehmen, aber niemand kauft, könnte beispielsweise ein Preisproblem haben.
Welche Produkte wurden schnell verkauft?
Diese Artikel könnten für den nächsten Markt interessanter sein.
Welche Produkte wurden kaum beachtet?
Hier sollte man überlegen, ob sie falsch präsentiert, falsch bepreist oder einfach für das Publikum ungeeignet waren.
Welche Preise wurden akzeptiert?
Dadurch kann man die zukünftige Preisstrategie verbessern.
Welche Fragen stellten Kunden?
Häufige Fragen können Hinweise darauf geben, welche Informationen am Stand besser sichtbar sein sollten.
13. Nicht verkaufte Ware sinnvoll behandeln
Nicht jedes Produkt wird beim ersten Markt verkauft.Das ist normal.
Statt die Ware sofort als Fehlinvestition zu betrachten, kann man verschiedene Strategien ausprobieren.
Vielleicht braucht das Produkt einen anderen Standort innerhalb des Standes.
Vielleicht funktioniert ein anderer Preis besser.
Vielleicht sollte es zusammen mit einem anderen Accessoire angeboten werden.
Oder es passt einfach nicht zur Zielgruppe dieses Marktes.
Wenn bestimmte Artikel nach mehreren Versuchen weiterhin schlecht laufen, sollte man den Bestand nicht unbegrenzt erweitern.
Das Kapital sollte möglichst in Produkte fließen, die tatsächlich Nachfrage erzeugen.
14. Kleine Datenaufzeichnungen können einen großen Unterschied machen
Auch ein kleines Flohmarktgeschäft kann von einfachen Aufzeichnungen profitieren.Nach jedem Verkaufstag kann man beispielsweise notieren:
- Datum und Veranstaltungsort
- Standgebühr
- Gesamtumsatz
- Anzahl verkaufter Artikel
- besonders erfolgreiche Produkte
- schlecht verkaufte Produkte
- durchschnittlicher Verkaufspreis
- besondere Kundenfragen
- beobachtete Konkurrenz
- eigene Verbesserungsideen
Man erkennt möglicherweise, dass ein bestimmtes Produkt auf einem Markt sehr gut funktioniert, während es auf einem anderen kaum verkauft wird.
Damit wird die Sortimentsplanung zunehmend datenbasiert statt rein intuitiv.
15. Mit kleinem Kapital starten
Ein großer Lagerbestand sieht auf den ersten Blick attraktiv aus, erhöht aber gleichzeitig das Risiko.Für Anfänger kann es sinnvoller sein, mit einer begrenzten Menge verschiedener Produkte zu beginnen.
So lässt sich testen:
- Welche Artikel funktionieren?
- Welche Preise funktionieren?
- Welche Zielgruppe kauft?
- Welche Präsentation funktioniert?
- Wie hoch ist der tatsächliche Gewinn?
Auf diese Weise bleibt mehr Kapital verfügbar und das Risiko unverkaufter Ware wird reduziert.
16. Der wichtigste Faktor: Wiederholung und Optimierung
Ein erfolgreicher Flohmarktverkauf entsteht selten an einem einzigen Tag.Die ersten Veranstaltungen dienen häufig dazu, Erfahrungen zu sammeln.
Mit jeder weiteren Teilnahme kann man den Stand verbessern:
- bessere Produkte auswählen
- Einkaufspreise optimieren
- Verkaufspreise anpassen
- Präsentation verbessern
- erfolgreichere Produkte nachbestellen
- schwache Produkte reduzieren
- Kunden besser verstehen
- Standkosten besser kalkulieren
Fazit
Accessoires im Großhandel einzukaufen und auf Flohmärkten weiterzuverkaufen kann ein interessanter Weg sein, einen zusätzlichen Einkommensstrom aufzubauen. Der Erfolg hängt jedoch nicht allein davon ab, möglichst günstig einzukaufen.Viel wichtiger ist das Zusammenspiel aus Produktauswahl, Nachfrage, Einkaufspreis, Verkaufspreis, Präsentation, Standort und Kundenkontakt.
Wer neu in diesem Bereich ist, sollte deshalb nicht sofort große Mengen bestellen. Sinnvoller ist es, zunächst mit einem überschaubaren Sortiment zu testen, welche Produkte beim eigenen Publikum funktionieren.
Jeder Flohmarkt kann dabei als Lernmöglichkeit betrachtet werden. Die erfolgreichsten Händler sind nicht unbedingt diejenigen, die von Anfang an das perfekte Sortiment besitzen. Häufig sind es diejenigen, die ihre Produkte, Preise und Verkaufsstrategie nach jedem Markt weiter verbessern.
Mit einer sorgfältigen Kalkulation, einer attraktiven Präsentation und einem guten Gespür für die Kunden kann der Verkauf von Accessoires auf Flohmärkten sowohl als kleiner Nebenverdienst als auch als Ausgangspunkt für ein größeres Handelsgeschäft interessant werden.