Accessoires im Großhandel in größeren Mengen kaufen – worauf sollte man achten?

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Accessoires im Großhandel in größeren Mengen kaufen – worauf sollte man achten?​

Wer ein eigenes Geschäft für Accessoires eröffnen möchte oder regelmäßig Schmuck, Taschen, Hüte und andere modische Artikel verkauft, steht schnell vor der Frage, wo sich Waren zu einem guten Preis einkaufen lassen. Der Einkauf im Großhandel kann hier eine interessante Möglichkeit sein.

Wer Accessoires in größeren Mengen kauft, erhält häufig deutlich bessere Stückpreise als beim normalen Einzelhandel. Dadurch kann sich eine attraktive Handelsspanne ergeben. Gleichzeitig bedeutet ein Großeinkauf aber auch, dass mehr Kapital gebunden wird. Deshalb sollte man nicht einfach möglichst viele Produkte bestellen, sondern den Einkauf sorgfältig planen.

Ob Schmuck, Sonnenbrillen, Handtaschen, Gürtel, Schals, Hüte, Haaraccessoires oder andere Modeartikel – das richtige Sortiment entscheidet letztlich darüber, ob sich der Großeinkauf lohnt.

Zuerst den vorhandenen Bestand überprüfen​

Bevor man einen Großhändler kontaktiert oder eine Bestellung aufgibt, sollte man sich einen Überblick über den eigenen Bestand verschaffen.

Das klingt zunächst selbstverständlich, wird aber gerade bei einem schnell wachsenden Sortiment häufig unterschätzt. Wer regelmäßig neue Ware kauft, kann leicht den Überblick darüber verlieren, welche Produkte, Farben oder Größen bereits vorhanden sind.

Deshalb ist eine einfache Inventarliste ein guter Ausgangspunkt.

Auf dieser Liste können beispielsweise folgende Informationen stehen:

  • Produktname
  • Kategorie
  • vorhandene Stückzahl
  • Farbe
  • Größe
  • Einkaufspreis
  • bisheriger Verkaufspreis
  • bisherige Nachfrage
  • noch benötigte Menge
Bei Kleidung und bestimmten Accessoires sollte man außerdem die verschiedenen Größen und Farben getrennt erfassen.

Ein Beispiel: Wenn bereits viele schwarze Taschen vorhanden sind, muss man nicht unbedingt weitere schwarze Modelle bestellen. Vielleicht wäre es sinnvoller, das Sortiment durch beige, braune, rote oder saisonale Farben zu ergänzen.

Das Sortiment gezielt erweitern​

Eine Einkaufsliste sollte nicht nur zeigen, was bereits vorhanden ist. Sie sollte auch zeigen, welche Produkte noch fehlen.

Dabei kann man sich fragen:

Welche Artikel passen zu meinem bestehenden Sortiment?

Wenn bereits viele Halsketten angeboten werden, könnten passende Armbänder oder Ohrringe eine sinnvolle Ergänzung sein.

Wenn das Sortiment hauptsächlich aus Handtaschen besteht, könnten Geldbörsen, Schals oder kleine Accessoires zusätzliche Verkäufe ermöglichen.

Diese Kombinationen können besonders interessant sein, weil Kunden mehrere Produkte gleichzeitig kaufen können.

Statt ausschließlich einzelne Artikel zu verkaufen, kann man dadurch komplette Kombinationen anbieten.

Saison und Trends berücksichtigen​

Bei Accessoires spielt die Saison eine wichtige Rolle.

Bestimmte Produkte verkaufen sich zu bestimmten Jahreszeiten besser als andere. Im Sommer können beispielsweise Sonnenbrillen, leichte Taschen oder bestimmte Schmuckarten gefragt sein. Im Herbst und Winter können Schals, Mützen, Handschuhe oder wärmere Accessoires stärker nachgefragt werden.

Deshalb sollte man beim Großeinkauf nicht nur die aktuelle Nachfrage betrachten.

Wenn eine Saison bereits fast vorbei ist, kann es sinnvoller sein, sich auf die nächste Saison vorzubereiten.

Wer beispielsweise im Spätsommer einkauft, sollte sich nicht ausschließlich auf Sommerware konzentrieren. Stattdessen könnte man bereits nach Produkten suchen, die im Herbst oder Winter interessant werden.

Allerdings sollte man bei saisonalen Waren vorsichtig mit großen Mengen sein. Trends können sich verändern und Produkte verlieren nach einer Saison möglicherweise deutlich an Attraktivität.

Einen passenden Großhändler finden​

Nachdem feststeht, welche Produkte benötigt werden, beginnt die Suche nach geeigneten Lieferanten.

Wer in einer größeren Stadt oder einem Ballungsgebiet lebt, hat möglicherweise Zugang zu lokalen Großhändlern, Distributoren oder B2B-Lagerhäusern.

Der persönliche Besuch kann besonders wertvoll sein.

Man kann die Produkte direkt ansehen, die Qualität beurteilen und verschiedene Anbieter miteinander vergleichen.

Dabei sollte man nicht nur auf den Preis achten.

Auch folgende Punkte sind wichtig:

  • Produktqualität
  • Auswahl
  • Mindestbestellmenge
  • Lieferzeit
  • Zahlungsbedingungen
  • Rückgabe- und Reklamationsbedingungen
  • Verpackung
  • Zuverlässigkeit des Anbieters
  • Verfügbarkeit bestimmter Produkte
Ein Großhändler mit etwas höheren Preisen kann letztlich die bessere Wahl sein, wenn die Qualität deutlich besser ist und die Ware zuverlässiger geliefert wird.

Mehrere Anbieter vergleichen​

Es ist normalerweise keine gute Idee, sofort beim ersten gefundenen Großhändler eine große Bestellung aufzugeben.

Besser ist es, mehrere Anbieter miteinander zu vergleichen.

Man kann beispielsweise drei bis fünf Lieferanten auswählen und jeweils Preise und Konditionen vergleichen.

Dabei sollte man sich nicht nur fragen:

Wer bietet den niedrigsten Preis?

Interessanter ist die Frage:

Welcher Anbieter bietet das beste Gesamtpaket?

Ein Lieferant mit extrem günstigen Preisen kann beispielsweise eine sehr hohe Mindestbestellmenge verlangen. Ein anderer Anbieter kann etwas teurer sein, dafür aber kleinere Mengen liefern und bessere Zahlungsbedingungen anbieten.

Gerade für kleinere Unternehmen oder Einsteiger kann diese Flexibilität wichtiger sein als ein minimal niedriger Stückpreis.

Preise beim Großhandel verhandeln​

Bei größeren Bestellungen lohnt es sich, nach Mengenrabatten zu fragen.

Viele Großhändler bieten unterschiedliche Preise abhängig von der Bestellmenge an.

Zum Beispiel können 20 Stück einen bestimmten Stückpreis haben, während 50 oder 100 Stück günstiger angeboten werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man automatisch die größte verfügbare Menge kaufen sollte.

Ein Mengenrabatt ist nur dann wirklich vorteilhaft, wenn die zusätzliche Ware auch verkauft werden kann.

Wenn 100 Stück gekauft werden, aber nur 40 Stück pro Saison verkauft werden, kann der vermeintliche Rabatt zu einem großen Lagerbestand führen.

Deshalb sollte die Bestellmenge immer an der realistischen Nachfrage orientiert werden.

Wenn kein lokaler Lieferant vorhanden ist​

Nicht jeder hat Zugang zu geeigneten Großhändlern in der eigenen Region.

In diesem Fall bietet sich die Suche nach nationalen oder internationalen B2B-Anbietern an.

Das Internet macht es heute relativ einfach, Lieferanten aus anderen Regionen zu finden.

Dabei sollte man allerdings besonders sorgfältig prüfen, mit wem man Geschäfte macht.

Vor einer größeren Bestellung sollte man beispielsweise kontrollieren:

  • Gibt es vollständige Unternehmensinformationen?
  • Sind die Kontaktdaten nachvollziehbar?
  • Werden klare Produktbeschreibungen angeboten?
  • Gibt es transparente Zahlungsbedingungen?
  • Wie hoch sind die Versandkosten?
  • Wie lange dauert die Lieferung?
  • Welche Regeln gelten bei beschädigter Ware?
  • Gibt es eine nachvollziehbare Rechnung?
Bei unbekannten Anbietern sollte man zunächst möglichst keine sehr große Bestellung aufgeben.

Eine kleine Testbestellung kann helfen, Qualität, Lieferzeit und Zuverlässigkeit zu überprüfen.

Produktqualität vor dem Großeinkauf prüfen​

Ein häufiger Fehler beim Großhandel ist die Konzentration auf den Preis.

Gerade bei Accessoires ist die Produktqualität aber entscheidend.

Ein Schmuckstück kann auf einem Foto hochwertig aussehen und in der Realität enttäuschend wirken. Bei Taschen, Gürteln, Hüten oder anderen Modeartikeln können Material und Verarbeitung ebenfalls stark variieren.

Wenn möglich, sollte man deshalb zunächst Muster bestellen oder einen Händler persönlich besuchen.

Besonders wichtig sind:

  • Material
  • Verarbeitung
  • Verschlüsse
  • Nähte
  • Oberflächen
  • Farben
  • Verpackung
  • allgemeiner Eindruck
Ein etwas höherer Einkaufspreis kann sich durchaus lohnen, wenn dadurch ein deutlich besseres Produkt verkauft werden kann.

Die richtige Bestellmenge bestimmen​

Die optimale Bestellmenge hängt von mehreren Faktoren ab.

Dazu gehören:

  • vorhandener Lagerbestand
  • erwartete Nachfrage
  • Verkaufsgeschwindigkeit
  • Saison
  • Lagerkapazität
  • verfügbares Kapital
  • Mindestbestellmenge des Lieferanten
Für Einsteiger ist ein vorsichtiger Ansatz meist sinnvoll.

Statt sofort mehrere hundert Stück zu kaufen, kann man zunächst kleinere Mengen verschiedener Produkte testen.

Wenn sich ein Artikel schnell verkauft, kann er später in größeren Mengen nachbestellt werden.

Diese Methode reduziert das Risiko und liefert gleichzeitig wertvolle Informationen über die tatsächliche Nachfrage.

Liefer- und Versandkosten berücksichtigen​

Beim Vergleich verschiedener Großhändler darf man die Versandkosten nicht vergessen.

Ein Lieferant kann einen besonders niedrigen Stückpreis anbieten, aber hohe Versandkosten verlangen.

Deshalb sollte man immer die Gesamtkosten betrachten.

Ein sinnvoller Vergleich lautet beispielsweise:

Warenwert + Versand + weitere Gebühren = tatsächliche Einkaufskosten

Erst danach kann man feststellen, welcher Anbieter wirklich günstiger ist.

Bei internationalen Lieferanten können zusätzlich Zoll, Einfuhrabgaben oder andere Kosten entstehen. Diese sollten vor der Bestellung geklärt werden.

Bestellung und Lieferung absichern​

Wenn die Entscheidung für einen Lieferanten gefallen ist, sollte die Bestellung möglichst nachvollziehbar abgewickelt werden.

Bei wertvolleren Waren kann es sinnvoll sein, eine Versandart mit Sendungsverfolgung zu wählen.

Eine Zustellung mit Bestätigung beziehungsweise Unterschrift bietet zusätzlichen Schutz, weil nachvollziehbar ist, ob und wann die Ware übergeben wurde.

Auch die Verpackung sollte berücksichtigt werden. Empfindliche Accessoires müssen so verpackt sein, dass sie während des Transports möglichst nicht beschädigt werden.

Nach Erhalt sollte die Lieferung möglichst zeitnah kontrolliert werden.

Dabei sollte man prüfen:

  • Ist die Anzahl der Artikel korrekt?
  • Sind die bestellten Farben und Varianten vorhanden?
  • Gibt es beschädigte Produkte?
  • Entspricht die Qualität der Bestellung?
  • Stimmen Rechnung und Lieferung überein?
Bei Problemen sollte der Lieferant möglichst schnell kontaktiert werden.

Lagerbestand organisieren​

Nach der Lieferung beginnt die nächste wichtige Aufgabe: die Lagerverwaltung.

Große Mengen an Accessoires können schnell unübersichtlich werden.

Eine einfache Organisation nach Produktgruppen kann dabei helfen.

Zum Beispiel:

Schmuck: Halsketten, Armbänder, Ohrringe

Taschen: Handtaschen, Umhängetaschen, kleine Taschen

Textilaccessoires: Schals, Tücher, Gürtel

Kopfbedeckung: Hüte, Mützen, Caps

Kleine Accessoires: Haarspangen, Schlüsselanhänger und ähnliche Artikel

Eine saubere Lagerorganisation erleichtert nicht nur den Verkauf, sondern verhindert auch, dass bereits vorhandene Ware versehentlich erneut bestellt wird.

Großeinkauf bedeutet nicht automatisch große Gewinne​

Der wichtigste Punkt beim Einkauf von Accessoires im Großhandel ist, sich nicht vom günstigen Stückpreis täuschen zu lassen.

Ein Produkt für zwei Euro einzukaufen und für sechs Euro zu verkaufen klingt zunächst nach einer guten Gewinnspanne.

Doch davon können noch weitere Kosten abgehen:

  • Versand
  • Verpackung
  • Lagerung
  • Verkaufsgebühren
  • Standgebühren
  • beschädigte Ware
  • nicht verkaufte Produkte
  • Steuern und sonstige Betriebskosten
Deshalb sollte man vor jedem größeren Einkauf eine realistische Kalkulation durchführen.

Fazit​

Accessoires in größeren Mengen direkt beim Großhandel einzukaufen, kann eine gute Möglichkeit sein, ein Geschäftssortiment kostengünstig aufzubauen. Gleichzeitig bringt der Großeinkauf ein höheres finanzielles Risiko mit sich, weshalb Planung und Kontrolle besonders wichtig sind.

Der beste Ausgangspunkt ist eine genaue Bestandsaufnahme. Erst wenn klar ist, welche Produkte bereits vorhanden sind und welche Artikel noch benötigt werden, sollte man nach Lieferanten suchen.

Lokale Großhändler haben den Vorteil, dass man Produkte persönlich prüfen kann. Online-Anbieter bieten dagegen eine größere Auswahl und ermöglichen den Vergleich zahlreicher Lieferanten.

Unabhängig davon, für welchen Anbieter man sich entscheidet, sollte man immer auf Produktqualität, Mindestbestellmengen, Versandkosten, Lieferbedingungen und Zuverlässigkeit achten.

Für Einsteiger empfiehlt sich ein schrittweiser Ansatz: klein testen, Ergebnisse beobachten und erst danach größere Mengen bestellen.

So lässt sich das Sortiment kontinuierlich erweitern, ohne unnötig viel Kapital in langsam verkäuflicher Ware zu binden. Ein gut geplanter Großeinkauf sollte deshalb nicht einfach möglichst viele Produkte beschaffen, sondern gezielt diejenigen Artikel auswählen, die zum bestehenden Sortiment, zur Saison und zur tatsächlichen Nachfrage der Kunden passen.
 
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